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Da es sich um die häufigste Sehnenscheidenentzündung in der ambulanten Versorgung handelt, sollten Sie diesen Artikel beachten!

Die Styloidstenose-Tenosynovitis ist eine aseptische Entzündung, die durch Schmerzen und Schwellung der Sehnen des Musculus abductor pollicis longus und des Musculus extensor pollicis brevis an der dorsalen Karpalscheide am Processus styloideus radii verursacht wird. Die Symptome verschlimmern sich bei Daumenstreckung und Kaliberabweichung. Die Erkrankung wurde erstmals 1895 von dem Schweizer Chirurgen de Quervain beschrieben, daher ist die Styloidstenose-Tenosynovitis radii auch als Morbus de Quervain bekannt.

Die Erkrankung tritt häufiger bei Menschen auf, die viel mit Handgelenk und Fingern arbeiten, und ist auch als „Mutterhand“ oder „Spielfinger“ bekannt. Mit der Verbreitung des Internets steigt die Zahl der Betroffenen, und immer mehr Menschen sind betroffen. Wie wird diese Erkrankung diagnostiziert und behandelt? Im Folgenden erhalten Sie eine kurze Einführung aus drei Perspektiven: Anatomie, klinische Diagnose und Behandlungsmethoden.

I. Anatomie

Der Processus styloideus radii weist eine schmale, flache Furche auf, die vom dorsalen Karpalband bedeckt ist und eine fibröse Knochenscheide bildet. Die Sehne des Musculus abductor pollicis longus und die Sehne des Musculus extensor pollicis brevis verlaufen durch diese Scheide, falten sich schräg und enden an der Basis des ersten Mittelhandknochens bzw. an der Basis der proximalen Phalanx des Daumens (Abbildung 1). Bei der Gleitbewegung der Sehne entsteht eine hohe Reibungskraft. Insbesondere bei Ulnardeviation des Handgelenks oder Daumenbewegungen vergrößert sich der Faltwinkel, wodurch die Reibung zwischen Sehne und Scheidenwand zunimmt. Nach langfristiger, wiederholter chronischer Stimulation kommt es in der Synovialis zu entzündlichen Veränderungen wie Ödemen und Hyperplasie. Dies kann zu einer Verdickung, Verklebung oder Verengung der Sehne und der Scheidenwand führen und die klinischen Manifestationen einer Tendovaginitis stenosans (Stenose) hervorrufen.

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Abb. 1 Anatomisches Diagramm des Processus styloideus radii

II. Klinische Diagnose

1. Die Krankheitsgeschichte ist häufiger bei mittelalten, manuell arbeitenden Menschen und häufiger bei Frauen anzutreffen; Der Beginn ist langsam, aber die Symptome können plötzlich auftreten.
2. Anzeichen: Lokalisierter Schmerz im Bereich des Processus styloideus radii, der in Hand und Unterarm ausstrahlen kann, Schwäche des Daumens, eingeschränkte Daumenstreckung, Verschlimmerung der Symptome bei Daumenstreckung und Ulnardeviation des Handgelenks; Am Processus styloideus radii können tastbare Knötchen vorhanden sein, die einer knöchernen Erhebung ähneln und stark druckempfindlich sind.
3.Der Finkelstein-Test (d. h. der Ulnardeviationstest mit der Faust) ist positiv (wie in Abbildung 2 dargestellt), der Daumen wird gebeugt und in der Handfläche gehalten, das Handgelenk wird ulnar abgewichen und der Schmerz am Processus styloideus radii verstärkt sich.

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4. Ergänzende Untersuchung: Röntgen- oder Farbdoppler-Ultraschalluntersuchungen können bei Bedarf durchgeführt werden, um eine Knochenanomalie oder Synovitis auszuschließen. Die Leitlinien zur multidisziplinären Behandlung der Styloidstenose und Tenosynovitis des Radius weisen darauf hin, dass zum Zeitpunkt der Diagnose weitere körperliche Untersuchungen erforderlich sind, um zwischen Arthrose, Erkrankungen des oberflächlichen Astes des Nervus radialis und einem Kreuzbandriss des Unterarms zu differenzieren.

III. Behandlung

Konservative Therapie: Lokale Ruhigstellungstherapie: Im Frühstadium kann eine externe Fixationsorthese zur Ruhigstellung der betroffenen Extremität eingesetzt werden. Dadurch werden lokale Aktivitäten reduziert und die Reibung der Sehne in der Sehnenscheide verringert, um das Behandlungsziel zu erreichen. Allerdings gewährleistet die Ruhigstellung nicht immer eine optimale Position der betroffenen Extremität, und eine längere Ruhigstellung kann zu einer dauerhaften Bewegungseinschränkung führen. Obwohl andere, die Ruhigstellung unterstützende Behandlungsformen in der klinischen Praxis empirisch angewendet werden, ist ihre Wirksamkeit weiterhin umstritten.

Lokale Okklusionstherapie: Als bevorzugte konservative Therapieform in der klinischen Behandlung bezeichnet die lokale Okklusionstherapie die intrathekale Injektion in das betroffene Gewebe, um eine lokale Entzündungshemmung zu erzielen. Durch die Injektion von Medikamenten in den Schmerzbereich, die Gelenkscheide, den Nervenstamm und andere Bereiche können Schwellungen reduziert, Schmerzen gelindert und Spasmen innerhalb kurzer Zeit gelöst werden. Die Therapie spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung lokaler Läsionen. Hauptsächlich werden Triamcinolonacetonid und Lidocainhydrochlorid eingesetzt. Auch Natriumhyaluronat-Injektionen können verwendet werden. Allerdings können Hormone Komplikationen wie Schmerzen nach der Injektion, lokale Hautpigmentierung, lokale subkutane Gewebsatrophie, symptomatische Radialislähmung und Blutzuckererhöhung verursachen. Die wichtigsten Kontraindikationen sind Hormonallergie sowie Schwangerschaft und Stillzeit. Natriumhyaluronat gilt als sicherer und kann die Vernarbung von Verklebungen um die Sehne verhindern und die Sehnenheilung fördern. Der klinische Effekt der Okklusivtherapie ist offensichtlich, es gibt jedoch klinische Berichte über Fingernekrosen, die durch unsachgemäße lokale Injektion verursacht wurden (Abbildung 3).

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Abb. 3: Partielle Okklusion führt zu Nekrosen der Fingerkuppen der Zeigefinger: A. Die Haut der Hand ist fleckenförmig, und B, C. Das Mittelsegment des Zeigefingers ist weit entfernt, und die Fingerkuppen sind nekrotisch.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Okklusionstherapie zur Behandlung der Tenosynovitis bei Radiusstyloidstenose: 1) Die Positionierung muss exakt sein. Die Spritze muss vor der Medikamenteninjektion zurückgezogen werden, um eine Gefäßpunktion zu vermeiden. 2) Die betroffene Extremität muss ausreichend ruhiggestellt werden, um vorzeitige Überanstrengung zu verhindern. 3) Nach der Hormonokklusionsinjektion treten häufig Schmerzen, Schwellungen und sogar eine Schmerzverstärkung unterschiedlichen Ausmaßes auf, die in der Regel innerhalb von 2–3 Tagen abklingen. Bei anhaltenden Fingerschmerzen und Blässe ist umgehend eine krampflösende und gerinnungshemmende Therapie einzuleiten. Wenn möglich, sollte eine Angiografie zur eindeutigen Diagnose durchgeführt und gegebenenfalls eine Gefäßexploration so schnell wie möglich vorgenommen werden, um den Krankheitsverlauf nicht zu verzögern. 4) Hormonelle Kontraindikationen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herzerkrankungen usw. dürfen nicht mit lokaler Okklusion behandelt werden.

Stoßwellentherapie ist eine konservative, nicht-invasive Behandlungsmethode, die den Vorteil bietet, Energie außerhalb des Körpers zu erzeugen und gezielt in tieferliegenden Gewebeschichten zu wirken, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen. Sie fördert den Stoffwechsel, stärkt die Blut- und Lymphzirkulation, verbessert die Gewebeernährung, öffnet verstopfte Kapillaren und löst Verklebungen des Gelenkweichgewebes. Allerdings wurde sie erst spät in die Behandlung der Styloidstenose der Speiche aufgenommen, und es liegen noch relativ wenige Forschungsberichte dazu vor. Um die Wirksamkeit der Stoßwellentherapie bei dieser Erkrankung besser zu belegen, sind groß angelegte randomisierte kontrollierte Studien erforderlich.

Akupunkturbehandlung: Die Kleinakupunkturbehandlung ist eine geschlossene Freisetzungsmethode zwischen chirurgischer und nicht-chirurgischer Behandlung. Durch das Auskratzen und Ablösen lokaler Läsionen werden Verklebungen gelöst, die Einklemmung des Gefäßnervenbündels effektiver gelindert und die Durchblutung des umliegenden Gewebes durch die sanfte Stimulation der Akupunktur verbessert, entzündliche Exsudation reduziert und der Zweck der Entzündungshemmung und Schmerzlinderung erreicht.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM): Die Tendovaginitis styloidalis radii zählt in der TCM zu den „Lähmungssyndromen“. Die Erkrankung basiert auf einem zugrunde liegenden Mangel. Durch die langfristige Belastung des Handgelenks entsteht ein lokaler Qi- und Blutmangel. Dieser Mangel führt zu einer verminderten Nährstoffversorgung und Durchblutung von Muskeln und Venen. Ein Gefühl von Wind, Kälte und Feuchtigkeit verstärkt die Blockade des Qi- und Blutflusses. Dies äußert sich in lokalen Schwellungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Zudem kommt es zu einer stärkeren Qi- und Blutansammlung und ausgeprägteren lokalen Krämpfen. Klinisch zeigen sich verstärkte Schmerzen im beweglichen Handgelenk und im Großzehengrundgelenk. Moxibustion, Massage, äußerliche TCM-Behandlungen und Akupunktur haben sich klinisch als wirksam erwiesen.

Chirurgische Behandlung: Die operative Inzision des dorsalen Karpalbandes der Speiche und die begrenzte Resektion sind eine Behandlungsmöglichkeit bei Tendovaginitis styloidea radii. Sie eignet sich für Patienten mit rezidivierender Tendovaginitis styloidea radii, die nach wiederholten lokalen Okklusionen und anderen konservativen Therapien keine Besserung erfahren hat und unter starken Beschwerden leidet. Insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittener Tendovaginitis styloidea radii lindert sie starke und therapieresistente Schmerzen.

Direkte offene Operation: Bei der konventionellen Operationsmethode wird ein direkter Schnitt im druckempfindlichen Bereich durchgeführt, das erste dorsale Muskelseptum freigelegt, die verdickte Sehnenscheide durchtrennt und gelöst, sodass die Sehne frei darin gleiten kann. Die direkte offene Operation ist zwar schnell durchführbar, birgt jedoch verschiedene Operationsrisiken wie Infektionen. Durch die direkte Entfernung des dorsalen Stützbandes während der Operation können zudem Sehnenverrenkungen sowie Verletzungen des Nervus radialis und der Vena radialis auftreten.

Septolyse des ersten Streckmuskels: Bei diesem chirurgischen Verfahren wird die verdickte Sehnenscheide nicht durchtrennt, sondern das Ganglion im ersten Streckmuskelseptum entfernt oder das Septum zwischen dem Musculus abductor pollicis longus und dem Musculus extensor pollicis brevis durchtrennt, um das erste dorsale Streckmuskelseptum zu entlasten. Diese Methode ähnelt der direkten offenen Operation; der Hauptunterschied besteht darin, dass nach Durchtrennung des Strecksehnenbandes die Sehnenscheide entlastet und entfernt wird, anstatt sie durch Inzision zu entfernen. Obwohl bei dieser Methode eine Subluxation der Sehne auftreten kann, schützt sie das erste dorsale Streckmuskelseptum und bietet eine höhere Langzeitstabilität der Sehne als die direkte Resektion der Sehnenscheide. Der Nachteil dieser Methode liegt hauptsächlich darin, dass die verdickte Sehnenscheide nicht entfernt wird und die verdickte Sehnenscheide weiterhin entzündet sein kann. Durch die Reibung mit der Sehne kann es zu einem erneuten Auftreten der Erkrankung kommen.

Arthroskopische Osteofibröse-Gang-Augmentation: Die arthroskopische Behandlung bietet Vorteile wie geringeres Trauma, kurze Behandlungsdauer, hohe Sicherheit, weniger Komplikationen und schnellere Genesung. Der größte Vorteil besteht darin, dass der Strecksehnengürtel nicht durchtrennt wird und somit keine Sehnenluxation auftritt. Dennoch besteht weiterhin Uneinigkeit. Einige Experten halten die Arthroskopie für teuer und zeitaufwendig und sehen ihre Vorteile gegenüber der offenen Operation nicht ausreichend deutlich. Daher wird die Arthroskopie von den meisten Ärzten und Patienten nicht bevorzugt.


Veröffentlichungsdatum: 29. Oktober 2024