Bei wiederholten Schulterluxationen, wie z. B. häufigem Herausziehen des Schulterblatts, ist eine operative Behandlung angezeigt. Die wichtigste Maßnahme ist die Kräftigung der Gelenkkapsel im Unterarm, die Vermeidung übermäßiger Außenrotation und Abduktion sowie die Stabilisierung des Gelenks, um weitere Luxationen zu verhindern.

1. Manuelles Zurücksetzen
Die Reposition sollte so schnell wie möglich nach der Dislokation erfolgen. Zur Muskelentspannung und für eine schmerzfreie Reposition ist eine geeignete Anästhesie (Plexus-brachialis-Anästhesie oder Allgemeinanästhesie) zu wählen. Bei älteren Menschen oder solchen mit Muskelschwäche kann der Eingriff auch unter Schmerzmitteln (z. B. 75–100 mg Dulcolax) durchgeführt werden. Eine habituelle Dislokation kann ohne Anästhesie erfolgen. Die Reposition sollte schonend erfolgen; grobe Techniken sind zu vermeiden, um zusätzliche Verletzungen wie Frakturen oder Nervenschädigungen auszuschließen.
2. Chirurgische Repositionierung
Es gibt einige Schulterluxationen, die eine operative Reposition erfordern. Indikationen hierfür sind: vordere Schulterluxation mit posteriorem Abrutschen der langen Bizepssehne.
3. Behandlung einer alten Schulterluxation
Wird das Schultergelenk nach einer Ausrenkung länger als drei Wochen nicht reponiert, spricht man von einer alten Ausrenkung. Die Gelenkhöhle ist mit Narbengewebe gefüllt, es bestehen Verklebungen mit dem umliegenden Gewebe, die umliegende Muskulatur ist verkümmert, und bei kombinierten Frakturen bilden sich Knochenkrusten oder es kommt zu einer deformierten Heilung. All diese pathologischen Veränderungen erschweren die Repositionierung.Oberarmkopf.
Behandlung alter Schulterluxationen: Liegt die Luxation weniger als drei Monate zurück, ist der Patient jung und kräftig, weist das luxierte Gelenk noch einen gewissen Bewegungsumfang auf und zeigen Röntgenaufnahmen keine Osteoporose oder intra- bzw. extraartikuläre Ossifikation, kann eine manuelle Reposition versucht werden. Bei kurzer Luxationsdauer und geringer Gelenkbelastung kann vor der Reposition der betroffene ulnare Knochen für 1–2 Wochen gedehnt werden. Die Reposition erfolgt in Vollnarkose, gefolgt von einer Schultermassage und sanften Schaukelbewegungen zur Lösung von Verklebungen und Linderung von Muskelkontrakturen. Anschließend erfolgt die Reposition ohne Einrenkung. Die Reposition wird mittels Zug und Massage oder mithilfe von Fußschlaufen durchgeführt. Die Nachbehandlung entspricht derjenigen bei frischer Luxation.

4. Behandlung der habituellen vorderen Schulterluxation
Die habituelle vordere Schulterluxation tritt vorwiegend bei jungen Erwachsenen auf. Man geht allgemein davon aus, dass die Verletzung nach einer ersten traumatischen Luxation entsteht. Obwohl das Gelenk reponiert wird, ist es nicht ausreichend fixiert und stabilisiert. Durch pathologische Veränderungen wie Risse oder Abrisse der Gelenkkapsel und Schäden am Knorpel, dem Labrum glenoidale und dem Margo humeri wird das Gelenk instabil, wenn keine adäquate Reparatur erfolgt. Zudem entsteht eine posterolaterale Humeruskopfdepressionsfraktur. In der Folge kann es unter geringer äußerer Krafteinwirkung oder bei bestimmten Bewegungen, wie Abduktion, Außenrotation und posteriorer Extension, wiederholt zu Luxationen kommen.obere ExtremitätenDie Diagnose einer habituellen Schulterluxation ist relativ einfach. Bei der Röntgenuntersuchung sollten neben anteroposterioren Röntgenaufnahmen der Schulter auch anteroposteriore Aufnahmen des Oberarms in 60–70° Innenrotation angefertigt werden, auf denen der hintere Humeruskopfdefekt deutlich sichtbar ist.
Bei wiederholten Schulterluxationen wird eine operative Behandlung empfohlen. Ziel ist es, die vordere Öffnung der Gelenkkapsel zu verbessern, übermäßige Außenrotation und Abduktion zu verhindern und das Gelenk zu stabilisieren, um weitere Luxationen zu vermeiden. Es gibt verschiedene operative Methoden; die am häufigsten angewandten sind die Putti-Platt- und die Magnuson-Methode.
Veröffentlichungsdatum: 05.02.2023



