• Angewandte Anatomie
Das gesamte Schlüsselbein liegt subkutan und ist gut sichtbar. Das mediale Ende (sternales Ende) ist rau, seine Gelenkfläche ist nach innen und unten gerichtet und bildet mit der Incisura clavicularis des Sternums das Sternoklavikulargelenk. Das laterale Ende (akromionisches Ende) ist ebenfalls rau, flach und breit, seine akromionische Gelenkfläche ist oval und nach außen und unten gerichtet und bildet mit dem Akromion das Akromioklavikulargelenk. Das Schlüsselbein ist oben flach und in der Mitte des Vorderrandes stumpf abgerundet. Medial unten befindet sich eine raue Einbuchtung des Ligamentum costoclaviculare, wo dieses ansetzt. Lateral davon liegen ein konischer Knoten und eine schräge Linie mit dem konischen Band des Ligamentum rostroclaviculare bzw. dem Ansatz des schrägen Bandes.
• Indikationen
1. Schlüsselbeinfraktur, die eine Inzision, Reposition und interne Fixierung erfordert.
2. Bei chronischer Osteomyelitis oder Tuberkulose des Schlüsselbeins ist die Entfernung von abgestorbenem Knochengewebe erforderlich.
3. Ein Schlüsselbeintumor erfordert eine Resektion.
• Körperhaltung
Rückenlage, Schultern leicht angehoben.
Schritte
1. Es wird ein Schnitt entlang der S-förmigen Anatomie des Schlüsselbeins durchgeführt und dieser entlang des oberen Randes des Schlüsselbeins nach innen und außen verlängert, wobei die Lage der Läsion als Orientierung dient. Die Lage und Länge des Schnitts werden je nach Läsion und den chirurgischen Erfordernissen bestimmt (Abbildung 7-1-1(1)).
Abbildung 7-1-1 Manifestationsweg der vorderen Klavikula
2. Haut, Unterhautgewebe und tiefe Faszie entlang des Einschnitts einschneiden und den Hautlappen nach Bedarf nach oben und unten freilegen (Abbildung 7-1-1(2)).
3. Der Musculus vastus cervicis wird bis zur Oberseite des Schlüsselbeins eingeschnitten. Da dieser Muskel reich an Blutgefäßen ist, ist auf die Elektrokoagulation zu achten. Das Periost wird entlang der Knochenoberfläche für die subperiostale Präparation eingeschnitten. Dabei liegen die sternocleidomastoideus-Muskeln im oberen inneren Bereich des Schlüsselbeins, der Musculus pectoralis major im unteren inneren Bereich, der Musculus trapezius im oberen äußeren Bereich und der Musculus deltoideus im unteren äußeren Bereich. Beim Ablösen der Arteria subclavia posterior muss die Präparation straff am Knochen erfolgen. Der Kontrollstripper muss ruhig geführt werden, um Blutgefäße, Nerven und Pleura der Arteria subclavia posterior nicht zu verletzen (Abbildung 7-1-2). Soll die Platte mit Schrauben fixiert werden, werden die Weichteile um das Schlüsselbein zunächst mit einem Perioststripper geschützt. Das Bohrloch sollte nach vorne unten und nicht nach hinten unten gerichtet sein, um die Pleura und die Vena subclavia nicht zu verletzen.
Abbildung 7-1-2 Freilegung des Schlüsselbeins
Veröffentlichungsdatum: 21. November 2023




