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Ursachen und Gegenmaßnahmen für das Versagen der Verriegelungs-Druckplatte

Als interner Fixateur spielt die Kompressionsplatte seit jeher eine wichtige Rolle in der Frakturbehandlung. In den letzten Jahren hat sich das Konzept der minimalinvasiven Osteosynthese weiterentwickelt und wird zunehmend angewendet. Der Fokus hat sich dabei von der bisherigen Betonung der mechanischen Eigenschaften des internen Fixateurs hin zur biologischen Fixierung verlagert. Diese zielt nicht nur auf den Schutz der Knochen- und Weichteilblutversorgung ab, sondern fördert auch die Verbesserung chirurgischer Techniken und interner Fixateure.Verriegelungs-KompressionsplatteDas LCP-System ist ein neuartiges Plattenfixationssystem, das auf der dynamischen Kompressionsplatte (DCP) und der dynamischen Kompressionsplatte mit begrenztem Kontakt (LC-DCP) basiert und die klinischen Vorteile der AO-Punktkontaktplatte (PC-Fix) und des minimalinvasiven Stabilisierungssystems (LISS) vereint. Seit Mai 2000 wird das System klinisch eingesetzt, hat verbesserte klinische Ergebnisse erzielt und wurde in zahlreichen Berichten hoch gelobt. Trotz seiner vielen Vorteile in der Frakturfixation stellt es höhere Anforderungen an Technik und Erfahrung. Bei unsachgemäßer Anwendung kann es kontraproduktiv sein und zu irreparablen Schäden führen.

1. Biomechanische Prinzipien, Design und Vorteile von LCP
Die Stabilität einer herkömmlichen Stahlplatte beruht auf der Reibung zwischen Platte und Knochen. Die Schrauben müssen fest angezogen werden. Lockern sich die Schrauben, verringert sich die Reibung zwischen Platte und Knochen, wodurch die Stabilität abnimmt und es zum Versagen des internen Fixateurs kommen kann.LCPEs handelt sich um eine neuartige Stützplatte für das Weichgewebe, die durch die Kombination einer herkömmlichen Kompressionsplatte mit einer Stützplatte entwickelt wurde. Ihr Fixationsprinzip beruht nicht auf der Reibung zwischen Platte und Knochenrinde, sondern auf der Winkelstabilität zwischen Platte und Verriegelungsschrauben sowie der Haltekraft zwischen Schrauben und Knochenrinde, um eine Frakturfixierung zu erreichen. Der direkte Vorteil liegt in der reduzierten Beeinträchtigung der periostalen Blutversorgung. Die Winkelstabilität zwischen Platte und Schrauben hat die Haltekraft der Schrauben deutlich verbessert, wodurch die Fixationsstärke der Platte wesentlich höher ist und sie für verschiedene Knochentypen geeignet ist. [4-7]

Das einzigartige Merkmal des LCP-Designs ist die „Kombinationsbohrung“, die dynamische Kompressionsbohrungen (DCU) mit konischen Gewindebohrungen kombiniert. DCU ermöglicht die axiale Kompression mittels Standardschrauben, alternativ können verschobene Frakturen durch Zugschrauben komprimiert und fixiert werden. Die konischen Gewindebohrungen verfügen über ein Gewinde, das die Gewindesicherung von Schraube und Mutter fixiert, das Drehmoment zwischen Schraube und Platte überträgt und die Längsspannung auf die Frakturseite leitet. Zusätzlich reduziert die unter der Platte angebrachte Schnittnut die Kontaktfläche zum Knochen.

Kurz gesagt, bietet es gegenüber herkömmlichen Platten zahlreiche Vorteile: ① Winkelstabilisierung: Der Winkel zwischen den Nagelplatten ist stabil und fixiert und eignet sich für verschiedene Knochentypen. ② Reduzierung des Reduktionsverlustrisikos: Ein präzises Vorbiegen der Platten ist nicht erforderlich, wodurch das Risiko eines Reduktionsverlusts in der ersten und zweiten Phase reduziert wird. [8] ③ Schutz der Blutversorgung: Die minimale Kontaktfläche zwischen Stahlplatte und Knochen reduziert den Verlust der Blutversorgung des Periosts und entspricht somit den Prinzipien minimalinvasiver Verfahren. ④ Hoher Halt: Es eignet sich besonders für osteoporotische Frakturen und reduziert das Risiko von Schraubenlockerung und -austritt. ⑤ Frühzeitige Mobilisierung möglich. ⑥ Breites Anwendungsspektrum: Die Platten sind in verschiedenen Typen und Längen erhältlich und anatomisch vorgeformt, wodurch die Fixierung verschiedener Knochenabschnitte und Frakturtypen möglich ist.

2. Indikationen für LCP
Die LCP kann entweder als konventionelle Kompressionsplatte oder als interne Stütze verwendet werden. Der Chirurg kann auch beides kombinieren, um das Indikationsspektrum deutlich zu erweitern und die Platte bei einer Vielzahl von Frakturmustern einzusetzen.
2.1 Einfache Frakturen der Diaphyse oder Metaphyse: Wenn die Weichteilschädigung nicht schwerwiegend ist und der Knochen eine gute Qualität aufweist, müssen einfache Querfrakturen oder kurze Schrägfrakturen langer Knochen durchtrennt und präzise reponiert werden. Die Frakturseite erfordert eine starke Kompression, daher kann die LCP als Kompressionsplatte oder Neutralisationsplatte verwendet werden.
2.2 Trümmerfrakturen der Diaphyse oder Metaphyse: Die LCP-Platte kann als Brückenplatte verwendet werden. Sie ermöglicht die indirekte Reposition und Brückenosteosynthese. Eine anatomische Reposition ist nicht erforderlich; es werden lediglich die Beinlänge, die Rotation und die axiale Kraftlinie wiederhergestellt. Frakturen von Radius und Ulna bilden eine Ausnahme, da die Rotationsfunktion des Unterarms – ähnlich wie bei intraartikulären Frakturen – maßgeblich von der normalen Anatomie von Radius und Ulna abhängt. Hier ist eine anatomische Reposition und eine stabile Plattenfixierung unerlässlich.
2.3 Intraartikuläre und interartikuläre Frakturen: Bei intraartikulären Frakturen ist neben der anatomischen Reposition zur Wiederherstellung der Gelenkfläche auch die Kompression der Knochen erforderlich, um eine stabile Fixierung zu erreichen, die Knochenheilung zu fördern und frühzeitige funktionelle Übungen zu ermöglichen. Bei Gelenkfrakturen mit Knochenbeteiligung kann eine LCP-Fixierung zur Stabilisierung eingesetzt werden.gemeinsamzwischen dem reduzierten Gelenk und der Diaphyse. Zudem entfällt die Notwendigkeit, die Platte während der Operation zu formen, was die Operationszeit verkürzt.
2.4 Verzögerte Gewerkschaftsbildung oder Nicht-Gewerkschaftsbildung.
2.5 Geschlossene oder offene Osteotomie.
2.6 Dies gilt nicht für die Verriegelungintramedulläre NagelungBei Frakturen ist LCP eine relativ ideale Alternative. Beispielsweise ist LCP nicht anwendbar bei Knochenmarkfrakturen bei Kindern oder Jugendlichen, bei Personen, deren Pulpahöhlen zu eng, zu weit oder fehlgebildet sind.
2.7 Osteoporose-Patienten: Aufgrund der geringen Dicke der Knochenrinde ist es schwierig, mit herkömmlichen Platten eine zuverlässige Stabilität zu erreichen. Dies erschwert die Frakturchirurgie und führt häufig zu einem Versagen der postoperativen Fixierung durch Lockerung und Herausfallen. Die LCP-Verriegelungsschraube und der Plattenanker gewährleisten die Winkelstabilität und bilden eine Einheit mit den Plattennägeln. Der große Durchmesser des Verriegelungsschrauben-Mandrels erhöht die Haltekraft im Knochen und reduziert somit effektiv das Risiko einer Schraubenlockerung. Bereits nach der Operation sind funktionelle Übungen möglich. Osteoporose ist eine starke Indikation für die LCP-Technik, die in zahlreichen Studien positiv bewertet wurde.
2.8 Periprothetische Femurfraktur: Periprothetische Femurfrakturen treten häufig in Verbindung mit Osteoporose, altersbedingten Erkrankungen und schweren systemischen Erkrankungen auf. Herkömmliche Platten erfordern einen ausgedehnten Einschnitt, der die Blutversorgung der Fraktur beeinträchtigen kann. Zudem benötigen die üblicherweise verwendeten Schrauben eine bikortikale Fixierung, was zu Schäden am Knochenzement führen kann, und die Haltekraft ist bei Osteoporose ebenfalls gering. LCP- und LISS-Platten lösen diese Probleme vorteilhaft. Durch die Anwendung der minimalinvasiven Osteosynthese (MIPO) werden Gelenkoperationen und Schäden an der Blutversorgung reduziert. Die einzelne kortikale Verriegelungsschraube gewährleistet ausreichende Stabilität, ohne den Knochenzement zu beschädigen. Diese Methode zeichnet sich durch Einfachheit, kürzere Operationszeit, geringere Blutung, geringes Ausmaß der Knochenpräparation und eine beschleunigte Frakturheilung aus. Daher stellen periprothetische Femurfrakturen eine wichtige Indikation für die LCP-Platte dar. [1, 10, 11]

3. Chirurgische Techniken im Zusammenhang mit der Verwendung von LCP
3.1 Traditionelle Kompressionstechnik: Obwohl sich das Konzept des AO-Fixateurs weiterentwickelt hat und die Blutversorgung des umgebenden Knochens und Weichgewebes aufgrund der Betonung der mechanischen Stabilität der Fixierung nicht vernachlässigt wird, ist bei einigen Frakturen, wie z. B. intraartikulären Frakturen, Osteotomie-Fixierungen sowie einfachen Quer- oder kurzen Schrägfrakturen, weiterhin eine Kompression der Frakturseite erforderlich. Die Kompressionsmethoden sind: ① Die LCP wird als Kompressionsplatte verwendet. Zwei Standard-Kortikalisschrauben werden exzentrisch auf der Gleitkompressionseinheit der Platte fixiert. Alternativ kann die Fixierung mithilfe eines Kompressionsgeräts erfolgen. ② Als Schutzplatte wird die LCP mit Zugschrauben zur Fixierung langer Schrägfrakturen eingesetzt. ③ Nach dem Zugbandprinzip wird die Platte auf der Zugseite des Knochens platziert und unter Zugspannung montiert, wodurch die Kortikalis komprimiert wird. ④ Als Stützplatte wird die LCP in Kombination mit Zugschrauben zur Fixierung von Gelenkfrakturen verwendet.
3.2 Brückenfixationstechnik: Zunächst wird die Fraktur indirekt reponiert. Anschließend wird die Frakturzone mittels einer Brücke überbrückt und die Fraktur beidseitig fixiert. Eine anatomische Reposition ist nicht erforderlich; es genügt die Wiederherstellung der Diaphysenlänge, -rotation und -kraftlinie. Zusätzlich kann eine Knochentransplantation durchgeführt werden, um die Kallusbildung anzuregen und die Frakturheilung zu fördern. Da die Brückenfixation jedoch nur eine relative Stabilität erreicht und die Frakturheilung sekundär durch die Bildung zweier Kallusstrukturen erfolgt, ist sie nur bei Trümmerfrakturen anwendbar.
3.3 Minimalinvasive Plattenosteosynthese (MIPO): Seit den 1970er Jahren hat die AO-Organisation die Prinzipien der Frakturbehandlung formuliert: anatomische Reposition, interne Fixation, Schutz der Blutversorgung und frühzeitige, schmerzfreie funktionelle Übungen. Diese Prinzipien sind weltweit anerkannt, und die klinischen Ergebnisse sind besser als bei früheren Behandlungsmethoden. Um jedoch die anatomische Reposition und die interne Fixation zu erreichen, ist häufig ein ausgedehnter Schnitt erforderlich, was zu einer verminderten Knochendurchblutung, einer reduzierten Blutversorgung der Frakturfragmente und einem erhöhten Infektionsrisiko führt. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler im In- und Ausland der minimalinvasiven Technologie mehr Aufmerksamkeit geschenkt und sie stärker betont. Diese Technologie schützt die Blutversorgung von Weichgewebe und Knochen und ermöglicht gleichzeitig die interne Fixation, ohne das Periost und das Weichgewebe an den Frakturseiten zu entfernen oder eine erzwungene anatomische Reposition der Frakturfragmente durchzuführen. Dadurch wird das biologische Milieu der Fraktur geschützt, was als biologische Osteosynthese (BO) bezeichnet wird. In den 1990er Jahren entwickelte Krettek die MIPO-Technologie, die einen neuen Fortschritt in der Frakturfixation der letzten Jahre darstellt. Ziel ist es, die Blutversorgung von Knochen und Weichgewebe mit minimaler Schädigung bestmöglich zu schützen. Die Methode besteht darin, durch einen kleinen Schnitt einen subkutanen Tunnel zu schaffen, die Platten einzusetzen und die Frakturreposition und den internen Fixateur mittels indirekter Repositionstechniken durchzuführen. Der Winkel zwischen den LCP-Platten ist stabil. Obwohl die Platten keine vollständige anatomische Formgebung ermöglichen, kann die Frakturreposition dennoch aufrechterhalten werden. Daher treten die Vorteile der MIPO-Technologie deutlich hervor, und es handelt sich um ein relativ ideales Implantat dieser Technologie.

4. Gründe und Gegenmaßnahmen für das Scheitern der LCP-Anwendung
4.1 Versagen des internen Fixateurs
Alle Implantate bergen Risiken wie Lockerung, Dislokation, Bruch und andere Komplikationen; Verriegelungsplatten und LCPs bilden hier keine Ausnahme. Laut Literaturberichten ist das Versagen von internen Fixateuren primär nicht auf die Platte selbst zurückzuführen, sondern auf die Missachtung grundlegender Prinzipien der Frakturbehandlung aufgrund unzureichenden Verständnisses und mangelnder Kenntnisse der LCP-Fixierung.
4.1.1. Die gewählten Platten sind zu kurz. Plattenlänge und Schraubenverteilung sind entscheidende Faktoren für die Stabilität der Fixation. Vor der Einführung der IMIPO-Technologie konnten kürzere Platten die Schnittlänge und die Weichteilpräparation reduzieren. Zu kurze Platten verringern jedoch die axiale und Torsionsfestigkeit der fixierten Gesamtstruktur und können zum Versagen des internen Fixateurs führen. Mit der Entwicklung der indirekten Repositionstechnik und der minimalinvasiven Verfahren führen längere Platten nicht zu einer größeren Weichteilinzision. Chirurgen sollten die Plattenlänge biomechanisch entsprechend der Frakturfixation wählen. Bei einfachen Frakturen sollte das Verhältnis von idealer Plattenlänge zur Länge der gesamten Frakturzone mehr als 8-10 betragen, bei Trümmerfrakturen mehr als 2-3. [13, 15] Ausreichend lange Platten reduzieren die Plattenbelastung, verringern die Schraubenbelastung und senken somit die Ausfallrate des internen Fixateurs. Den Ergebnissen der Finite-Elemente-Analyse der LCP-Technik zufolge reduziert sich die Spannung an der Druckplatte um 10 % und an den Schrauben um 63 %, wenn der Spalt zwischen den Bruchseiten 1 mm beträgt. Bei zwei verbleibenden Löchern reduziert sich die Spannung an der Druckplatte um 45 % und an den Schrauben um 78 %. Um Spannungsspitzen zu vermeiden, sollten bei einfachen Brüchen 1–2 Löcher nahe den Bruchseiten belassen werden. Bei Trümmerbrüchen empfiehlt sich die Verwendung von drei Schrauben pro Bruchseite, wobei zwei Schrauben nahe an den Brüchen platziert werden sollten.
4.1.2 Der Abstand zwischen Platten und Knochenoberfläche ist zu groß. Bei der Verwendung der Brückenfixationstechnik mit LCP ist kein Plattenkontakt zum Periost erforderlich, um die Blutversorgung der Frakturzone zu gewährleisten. Diese Methode zählt zu den elastischen Fixationsarten und fördert die sekundäre Kallusbildung. Studien zur biomechanischen Stabilität von Ahmad M, Nanda R [16] et al. ergaben, dass die axiale und Torsionsfestigkeit der Platten signifikant abnimmt, wenn der Abstand zwischen LCP und Knochenoberfläche mehr als 5 mm beträgt; bei einem Abstand von weniger als 2 mm ist keine signifikante Abnahme festzustellen. Daher wird ein Abstand von weniger als 2 mm empfohlen.
4.1.3 Die Platte weicht von der Diaphysenachse ab, und die Schrauben sitzen exzentrisch zur Fixierung. Bei der Kombination von LCP und MIPO-Technik ist eine perkutane Plattenimplantation erforderlich, wodurch die Kontrolle der Plattenposition mitunter schwierig sein kann. Verläuft die Knochenachse nicht parallel zur Plattenachse, kann die distale Platte von der Knochenachse abweichen, was zwangsläufig zu einer exzentrischen Schraubenfixierung und einer geschwächten Fixierung führt [9,15]. Es wird empfohlen, einen geeigneten Schnitt durchzuführen und nach korrekter Positionierung mittels Fingerpunktion und Fixierung mit Kuntscher-Pins eine Röntgenkontrolle anzufertigen.
4.1.4 Die Nichtbeachtung der Grundprinzipien der Frakturbehandlung und die Wahl eines ungeeigneten internen Fixateurs und einer ungeeigneten Fixationstechnik können zu Komplikationen führen. Bei intraartikulären Frakturen, insbesondere einfachen transversalen Diaphysenfrakturen, kann eine LCP-Platte als Kompressionsplatte eingesetzt werden, um durch Kompression die absolute Frakturstabilität zu gewährleisten und die primäre Frakturheilung zu fördern. Bei metaphysären oder Trümmerfrakturen sollte die Brückenfixationstechnik angewendet werden. Dabei ist auf die Blutversorgung des umgebenden Knochens und Weichgewebes zu achten, um eine relativ stabile Frakturfixierung zu ermöglichen und die Kallusbildung zur sekundären Frakturheilung anzuregen. Im Gegensatz dazu kann die Anwendung der Brückenfixationstechnik bei einfachen Frakturen zu instabilen Frakturen und damit zu einer verzögerten Frakturheilung führen. [17] Bei Trümmerfrakturen kann ein übermäßiges Streben nach anatomischer Reposition und Kompression an den Frakturseiten die Blutversorgung des Knochens schädigen und zu einer verzögerten oder ausbleibenden Knochenheilung führen.

4.1.5 Auswahl ungeeigneter Schraubentypen. Die LCP-Kombinationsbohrung kann mit vier Schraubentypen bestückt werden: Standard-Kortikalisschrauben, Standard-Spongiosaschrauben, selbstbohrende/selbstschneidende Schrauben und selbstschneidende Schrauben. Selbstbohrende/selbstschneidende Schrauben werden üblicherweise als unikortikale Schrauben zur Fixierung normaler Diaphysenfrakturen eingesetzt. Ihre Nagelspitze ist mit einem Bohrmuster versehen, wodurch sie die Kortikalis in der Regel ohne Tiefenmessung leichter durchdringen lässt. Ist die Diaphysenhöhle sehr eng, kann die Schraubenmutter die Schraube möglicherweise nicht vollständig umschließen, und die Schraubenspitze berührt die kontralaterale Kortikalis. Die dadurch entstehende Schädigung der fixierten lateralen Kortikalis beeinträchtigt die Haltekraft zwischen Schraube und Knochen. In diesem Fall sollten bikortikale selbstschneidende Schrauben verwendet werden. Reine unikortikale Schrauben bieten eine gute Haltekraft in gesundem Knochen, jedoch ist die Kortikalis bei osteoporotischem Knochen häufig geschwächt. Da sich die Operationszeit von Schrauben verkürzt, verringert sich der Hebelarm des Schraubenwiderstands gegen Biegung, was leicht zu einem Durchschneiden der Knochenrinde, einer Lockerung der Schraube und einer sekundären Frakturdislokation führen kann. [18] Durch die Verlängerung der Operationslänge bikortikaler Schrauben erhöht sich zudem die Haltekraft im Knochen. Gesunde Knochen können mit unikortikalen Schrauben fixiert werden, während bei osteoporotischem Knochen bikortikale Schrauben empfohlen werden. Da die Knochenrinde des Oberarmknochens relativ dünn ist und leicht zu Einschnitten führen kann, sind bikortikale Schrauben zur Fixierung bei Oberarmfrakturen erforderlich.
4.1.6 Die Schraubenverteilung ist zu dicht oder zu gering. Die Schraubenfixierung muss der Frakturbiomechanik entsprechen. Eine zu dichte Schraubenverteilung führt zu lokaler Spannungskonzentration und zum Bruch des internen Fixateurs; zu wenige Frakturschrauben und eine unzureichende Fixationsstärke führen ebenfalls zum Versagen des internen Fixateurs. Bei Anwendung der Brückentechnik zur Frakturfixierung sollte die empfohlene Schraubendichte unter 40–50 % liegen [7, 13, 15]. Daher sind die Platten relativ länger, um die mechanische Balance zu verbessern. Für die Frakturseiten sollten 2–3 Löcher vorgesehen werden, um eine höhere Plattenelastizität zu ermöglichen, Spannungskonzentrationen zu vermeiden und das Risiko eines Bruchs des internen Fixateurs zu reduzieren [19]. Gautier und Sommer [15] vertraten die Ansicht, dass mindestens zwei unikortikale Schrauben beidseitig der Fraktur fixiert werden sollten. Eine höhere Anzahl fixierter Kortikalisschrauben reduziert die Plattenausfallrate nicht; daher wird empfohlen, mindestens drei Schrauben beidseitig der Fraktur zu verwenden. Bei Oberarm- und Unterarmfrakturen sind mindestens 3-4 Schrauben auf beiden Seiten erforderlich, da höhere Torsionsbelastungen aufgenommen werden müssen.
4.1.7 Die Fixationsmaterialien werden falsch verwendet, was zum Versagen des internen Fixateurs führt. Sommer C [9] untersuchte 127 Patienten mit 151 Frakturen, die ein Jahr lang mit einer LCP-Platte versorgt wurden. Die Analyse ergab, dass sich von den 700 Verriegelungsschrauben nur wenige mit einem Durchmesser von 3,5 mm gelockert hatten. Der Grund dafür war die fehlende Verwendung der Ausrichtungshilfe für die Verriegelungsschrauben. Tatsächlich stehen die Verriegelungsschraube und die Platte nicht exakt senkrecht zueinander, sondern bilden einen Winkel von 50 Grad. Diese Konstruktion dient der Reduzierung der Belastung der Verriegelungsschraube. Die fehlende Verwendung der Ausrichtungshilfe kann den Nageldurchgang verändern und somit die Fixationsstärke beeinträchtigen. Kääb [20] führte eine experimentelle Studie durch und fand heraus, dass der Winkel zwischen Schrauben und LCP-Platten zu groß ist, wodurch die Haltekraft der Schrauben deutlich reduziert wird.
4.1.8 Zu frühe Belastung der Extremität. Zu viele positive Berichte verleiten viele Ärzte zu einer übermäßigen Überschätzung der Festigkeit von Verriegelungsplatten und Schrauben sowie der Stabilität der Fixierung. Sie nehmen fälschlicherweise an, dass Verriegelungsplatten eine frühzeitige Vollbelastung aushalten, was zu Platten- oder Schraubenbrüchen führen kann. Bei der Verwendung von Brückenfixationsplatten ist die LCP relativ stabil und erfordert die Bildung von Kallus, um eine sekundäre Wundheilung zu ermöglichen. Wenn Patienten zu früh aufstehen und zu viel Gewicht belasten, können Platte und Schrauben brechen oder sich lösen. Die Verriegelungsplattenfixierung fördert zwar eine frühe Mobilisierung, die vollständige, schrittweise Belastung sollte jedoch erst nach sechs Wochen erfolgen, wenn Röntgenaufnahmen eine deutliche Kallusbildung an der Frakturseite zeigen. [9]
4.2 Sehnen- und neurovaskuläre Verletzungen:
Die MIPO-Technologie erfordert eine perkutane Insertion und die Platzierung unter den Muskeln. Da die subkutanen Strukturen beim Einsetzen der Plattenschrauben nicht sichtbar sind, steigt das Risiko von Sehnen- und neurovaskulären Schäden. Van Hensbroek PB [21] berichtete über einen Fall, in dem die LISS-Technologie zur Verwendung einer LCP eingesetzt wurde, was zu Pseudoaneurysmen der Arteria tibialis anterior führte. AI-Rashid M. [22] et al. berichteten über die Behandlung verzögerter Rupturen der Strecksehne nach distalen Radiusfrakturen mit einer LCP. Die Hauptursachen für Schäden sind iatrogen. Erstens entstehen Schäden direkt durch Schrauben oder Kirschner-Nägel. Zweitens können die Hülsen selbst Schäden verursachen. Drittens können thermische Schäden durch das Eindrehen der selbstschneidenden Schrauben entstehen. [9] Daher müssen Chirurgen die umgebende Anatomie genau kennen, den Nervus vascularis und andere wichtige Strukturen schonen, bei der Platzierung der Hülsen eine stumpfe Präparation durchführen und Kompression oder Zug an Nerven vermeiden. Außerdem sollte beim Bohren der selbstschneidenden Schrauben Wasser verwendet werden, um die Wärmeentwicklung zu reduzieren und die Wärmeleitung zu verringern.
4.3 Chirurgische Wundinfektion und Plattenexposition:
Das LCP-System ist ein internes Fixationssystem, das im Zuge der Förderung minimalinvasiver Verfahren entwickelt wurde, um Schäden, Infektionen, Pseudarthrosen und andere Komplikationen zu reduzieren. Bei der Operation ist besonderes Augenmerk auf den Schutz des Weichgewebes zu legen, insbesondere auf die empfindlichen Bereiche. Im Vergleich zum DCP-System weist das LCP-System eine größere Breite und Dicke auf. Bei Anwendung der MIPO-Technik für die perkutane oder intramuskuläre Insertion kann es zu Weichteilkontusionen oder -abrissen und in der Folge zu Wundinfektionen kommen. Phinit P [23] berichtete, dass mit dem LISS-System 37 Fälle von proximalen Tibiafrakturen behandelt wurden, wobei die Rate postoperativer tiefer Infektionen bis zu 22 % betrug. Namazi H [24] berichtete, dass mit dem LCP-System 34 Fälle von Tibiaschaftfrakturen und 34 Fälle von metaphysären Tibiafrakturen behandelt wurden, wobei die Raten postoperativer Wundinfektionen und Plattenexpositionen bis zu 23,5 % betrugen. Daher müssen vor der Operation die Möglichkeiten und die Verwendung eines internen Fixateurs sorgfältig unter Berücksichtigung des Ausmaßes der Weichteilverletzungen und des Komplexitätsgrades der Frakturen abgewogen werden.
4.4 Reizdarmsyndrom des Weichgewebes:
Phinit P [23] berichtete, dass das LISS-System bei 37 proximalen Tibiafrakturen und 4 Fällen von postoperativer Weichteilreizung (Schmerzen im Bereich der subkutanen, tastbaren Platte) angewendet wurde. In 3 Fällen lag die Platte 5 mm und in einem Fall 10 mm von der Knochenoberfläche entfernt. Hasenboehler E [17] et al. berichteten, dass das LCP-System bei 32 distalen Tibiafrakturen eingesetzt wurde, darunter 29 Fälle mit Beschwerden am medialen Malleolus. Ursache hierfür war ein zu großes Plattenvolumen oder eine fehlerhafte Plattenplatzierung in Verbindung mit der geringeren Weichteildicke am medialen Malleolus. Dies führte zu Beschwerden beim Tragen von hohen Schuhen, da die Haut komprimiert wurde. Die von Synthes entwickelte, neue distale Metaphysenplatte ist dünn, haftet gut am Knochen und hat glatte Kanten, wodurch dieses Problem effektiv gelöst wurde.

4.5 Schwierigkeiten beim Entfernen der Verriegelungsschrauben:
Das LCP-Material besteht aus hochfestem Titan und ist gut mit dem menschlichen Körper verträglich. Es neigt jedoch zur Bildung von Hornhaut. Das Entfernen der Hornhaut erschwert die Demontage zusätzlich. Ein weiterer Grund für Schwierigkeiten bei der Demontage ist das Überdrehen der Sicherungsschrauben oder die Beschädigung der Mutter. Dies wird üblicherweise durch den Austausch der nicht mehr benötigten Visiereinrichtung gegen eine Selbstvisiereinrichtung verursacht. Daher muss bei der Verwendung der Sicherungsschrauben die Visiereinrichtung verwendet werden, um eine präzise Verankerung der Schraubengewinde im Plattengewinde zu gewährleisten. [9] Zum Anziehen der Schrauben ist ein spezieller Schraubenschlüssel erforderlich, um die Krafteinwirkung zu kontrollieren.
Als neueste Entwicklung von AO bietet die LCP-Kompressionsplatte eine neue Option für die moderne chirurgische Frakturbehandlung. In Kombination mit der MIPO-Technologie erhält die LCP die Blutversorgung an den Frakturstellen optimal, fördert die Frakturheilung, reduziert das Risiko von Infektionen und erneuten Frakturen und gewährleistet die Frakturstabilität. Daher bietet sie vielversprechende Anwendungsmöglichkeiten in der Frakturtherapie. Seit ihrer Einführung hat die LCP gute kurzfristige klinische Ergebnisse erzielt, jedoch sind auch einige Probleme aufgetreten. Die Operation erfordert eine detaillierte präoperative Planung und umfangreiche klinische Erfahrung. Die Auswahl der geeigneten internen Fixateure und Technologien muss auf den Merkmalen der jeweiligen Fraktur basieren. Die grundlegenden Prinzipien der Frakturbehandlung müssen beachtet und die Fixateure korrekt und standardisiert angewendet werden, um Komplikationen zu vermeiden und optimale Therapieergebnisse zu erzielen.


Veröffentlichungsdatum: 02.06.2022