Frakturen des inneren Sprunggelenks erfordern oft eine operative Reposition und interne Fixierung, entweder durch alleinige Schraubenfixierung oder durch eine Kombination aus Platten und Schrauben.
Traditionell wird die Fraktur zunächst temporär mit einem Kirschner-Nagel und anschließend mit einer halbgewindeten Spongiosaschraube fixiert, die gegebenenfalls mit einer Zuggurtung kombiniert werden kann. Einige Forscher haben zur Behandlung medialer Sprunggelenksfrakturen Vollgewindeschrauben eingesetzt, deren Wirksamkeit höher ist als die der herkömmlichen halbgewindeten Spongiosaschrauben. Allerdings sind die Vollgewindeschrauben 45 mm lang und werden in der Metaphyse verankert, was bei den meisten Patienten aufgrund des hervorstehenden Implantats zu Schmerzen im medialen Sprunggelenk führt.
Dr. Barnes von der Abteilung für Orthopädische Traumatologie am St. Louis University Hospital in den USA ist überzeugt, dass kopflose Kompressionsschrauben sowohl eine enge Fixierung von Innenfrakturen des Sprunggelenks an der Knochenoberfläche ermöglichen und so Beschwerden durch hervorstehende Fixierungselemente reduzieren als auch die Frakturheilung fördern. Aus diesem Grund führte Dr. Barnes eine Studie zur Wirksamkeit kopfloser Kompressionsschrauben bei der Behandlung von Innenfrakturen des Sprunggelenks durch, die kürzlich in der Fachzeitschrift „Injury“ veröffentlicht wurde.
Die Studie umfasste 44 Patienten (Durchschnittsalter 45 Jahre, Altersspanne 18-80 Jahre), die zwischen 2005 und 2011 im Saint Louis University Hospital wegen innerer Sprunggelenksfrakturen mit kopflosen Kompressionsschrauben behandelt wurden. Postoperativ wurden die Patienten in Schienen, Gipsverbänden oder Orthesen ruhiggestellt, bis bildgebende Verfahren einen Nachweis der Frakturheilung erbrachten, bevor sie wieder voll belastet werden durften.
Die meisten Frakturen entstanden durch Stürze im Stehen, die übrigen durch Motorradunfälle, Sportunfälle etc. (Tabelle 1). 23 Patienten wiesen doppelte Sprunggelenksfrakturen auf, 14 dreifache und die restlichen 7 einfache (Abbildung 1a). Intraoperativ wurden 10 Patienten mit medialen Sprunggelenksfrakturen mit einer einzelnen kopflosen Kompressionsschraube versorgt, während bei den übrigen 34 Patienten zwei kopflose Kompressionsschrauben eingesetzt wurden (Abbildung 1b).
Tabelle 1: Verletzungsmechanismus
Abbildung 1a: Einzelne Sprunggelenksfraktur; Abbildung 1b: Einzelne Sprunggelenksfraktur, die mit 2 kopflosen Kompressionsschrauben behandelt wurde.
Bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 35 Wochen (12–208 Wochen) zeigte sich bei allen Patienten ein bildgebender Nachweis der Frakturheilung. Bei keinem Patienten war eine Schraubenentfernung aufgrund von Schraubenprotrusion erforderlich; lediglich bei einem Patienten war eine Schraubenentfernung aufgrund einer präoperativen MRSA-Infektion der unteren Extremität und einer postoperativen Zellulitis notwendig. Zehn Patienten klagten zudem über leichte Beschwerden bei Palpation des inneren Sprunggelenks.
Daher kamen die Autoren zu dem Schluss, dass die Behandlung von inneren Sprunggelenksfrakturen mit kopflosen Kompressionsschrauben zu einer höheren Frakturheilungsrate, einer besseren Wiederherstellung der Sprunggelenksfunktion und weniger postoperativen Schmerzen führt.
Veröffentlichungsdatum: 15. April 2024



