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Drei Prinzipien der Femurhalsnagelfixierung – benachbarte, parallele und invertierte Produkte

Die Schenkelhalsfraktur ist eine relativ häufige und potenziell schwerwiegende Verletzung für Orthopäden, da sie aufgrund der fragilen Blutversorgung häufig zu Pseudarthrosen und Osteonekrosen führt. Eine präzise und gute Reposition der Schenkelhalsfraktur ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Osteosynthese.

Bewertung der Reduzierung

Laut Garden beträgt der Standard für die Reposition einer dislozierten Schenkelhalsfraktur 160° im orthopädischen Röntgenbild und 180° im seitlichen Röntgenbild. Ein Garden-Index zwischen 155° und 180° in medialer und lateraler Projektion nach der Reposition gilt als akzeptabel.

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Röntgenuntersuchung: Nach geschlossener Reposition sollte der Repositionsgrad anhand hochauflösender Röntgenbilder beurteilt werden. Simom und Wyman führten Röntgenaufnahmen aus verschiedenen Winkeln nach geschlossener Reposition einer Schenkelhalsfraktur durch und stellten fest, dass nur die positiven und seitlichen Aufnahmen eine anatomische, nicht aber die tatsächliche anatomische Reposition zeigten. Lowell vermutete, dass die konvexe Fläche des Femurkopfes und die konkave Fläche des Schenkelhalses unter normalen anatomischen Bedingungen eine S-förmige Kurve bilden. Sobald diese S-Kurve in irgendeiner Position auf dem Röntgenbild nicht glatt oder gar tangential verläuft, deutet dies darauf hin, dass keine korrekte anatomische Reposition erreicht wurde.

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Das umgekehrte Dreieck bietet deutlichere biomechanische Vorteile.

Beispielsweise ist in der untenstehenden Abbildung nach einem Oberschenkelhalsbruch das Bruchende im oberen Bereich Zugspannungen und im unteren Bereich Druckspannungen ausgesetzt.

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Die Ziele der Frakturfixierung sind: 1. die Aufrechterhaltung einer guten Ausrichtung und 2. die größtmögliche Kompensation von Zugspannungen bzw. deren Umwandlung in Druckspannungen, was dem Prinzip der Zugbandfixierung entspricht. Daher ist die umgekehrte Dreiecksfixierung mit zwei Schrauben von oben der orthopädischen Dreiecksfixierung mit nur einer Schraube von oben hinsichtlich der Kompensation von Zugspannungen deutlich überlegen.

Die Reihenfolge, in der die 3 Schrauben bei einer Schenkelhalsfraktur eingesetzt werden, ist wichtig:

Die erste Schraube sollte die Spitze des umgekehrten Dreiecks entlang des femoralen Moments sein;

Die zweite Schraube sollte hinter der Basis des umgekehrten Dreiecks entlang des Oberschenkelhalses platziert werden;

Die dritte Schraube sollte vor dem unteren Rand des umgekehrten Dreiecks, auf der Zugseite des Bruchs, platziert werden.

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Da Schenkelhalsfrakturen meist mit Osteoporose einhergehen, ist der Halt von Schrauben begrenzt, wenn sie nicht am Rand befestigt sind und die Knochenmasse in der mittleren Position gering ist. Daher bietet eine möglichst nahe Befestigung des Randes an der Subkortex eine bessere Stabilität. Ideale Position:

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Drei Prinzipien für die Befestigung von Hohlnägeln: randnah, parallel, umgekehrte Produkte

„Angrenzend“ bedeutet, dass die drei Schrauben im Schenkelhals so nah wie möglich an der peripheren Kortikalis liegen. Dadurch erzeugen die drei Schrauben gemeinsam einen Flächendruck auf die gesamte Bruchfläche. Sind die drei Schrauben hingegen nicht ausreichend voneinander getrennt, ist der Druck eher punktuell, weniger stabil und weniger widerstandsfähig gegen Torsion und Scherkräfte.

Postoperative Funktionsübungen

Zehenspitzenübungen mit Belastung können nach der Frakturfixierung 12 Wochen lang durchgeführt werden, Teilbelastungsübungen können nach 12 Wochen begonnen werden. Im Gegensatz dazu wird bei Pauwels-Typ-III-Frakturen die Fixierung mit DHS oder PFNA empfohlen.


Veröffentlichungsdatum: 26. Januar 2024